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Ruth Oertel
Über viele Jahre zieht es die Malerin Ruth Oertel immer wieder nach Italien. Was reizt sie so an diesem Land, an diesen Landschaften jenseits der Alpen? Das Licht, das die Vielfalt in der Natur in Szene setzt, die Mentalität der Menschen, die einer Malerin, die es vorzieht, mit Palette, Pinsel und Farben nach "draußen" zu gehen, einen lebensvollen, sinnlichen Hintergrund liefert, und die alten Kulturen mit ihren steingewordenen Hinterlassenschaften, die dem Zeichenstift eine unerschöpfliche Quelle an Motiven zur Verfügung stellen.

Ruth Oertel bevorzugt das Aquarell in einer besonders expressiven Manier. Sie sucht die Form, die das Chaos bändigt und die Struktur, die einer Landschaft, einem Ort unverwechselbar machen.

Ihre Lehr- und Wanderjahre haben sie in die Toskana, in die Emilia Romagna, die Lombardei, nach Umbrien, in den Gargano, nach Campanien und Sizilien, Ischia, Capri, Elba, Ligurien und Piemont gebracht, quasi "tutta italia". Keine der großen italienischen Städte war vor ihrem Zeichenstift sicher: Rom, Venedig, Florenz, Siena, Neapel, Palermo ..., hier hat sie auch ihre großen Lehrmeister gefunden: Andrea Papi, Florenz; Susanne Kessler-Rosati, Rom; Lothar Wurm, Siena/München; Hellmuth Zwecker, Venedig/München.

Sie leugnet nicht, dass der Architektur der Städte ihre malerische Ambition gehört, aber auch das Stilleben und der weibliche Akt sind malerische Ausdrucksformen, an denen sie mit ganz unterschiedlichen malerischen Techniken ihr Auge schult. Dann haben auch das Pastell, Oel bzw. Acryl, der Kohlestift oder die Rohrfeder eine Chance. Experimentieren, sich ausprobieren, das ist ihr wichtig. So beschreibt sie ihre künstlerische Ambition. Das Motto ihrer ersten Ausstellung gilt mehr denn je, das sie wie folgt formuliert:

Alles erfassen, alles vergessen, dann im Erinnern das Wesen der Dinge entdecken, und manchmal gelingt dann die Form, die uns an den Urgrund bindet.